Das Herz im Spiegel

Sonntag, Juli 30, 2006

Warum Schuppen zu Anbetung führen...

Dieses kleine Kerlchen war heute Morgen auf meinem Abreißkalender (Nicht fromm, sondern Brockhaus!) abgebildet. Das so genannte "Schuppentier" gehört zu den eigentümlichsten Säugetieren unseres Planeten. Es wird bis zu 130 cm groß und lebt in Afrika und Asien. Seine überdimensional lange und klebrige Zunge macht es zum Albtraum für jede Ameisen und Termite. Damit dem Tierchen nicht dauernd die Zunge aus dem Hals hängt - was aufgrund der Länge eigentlich unvermeidlich ist - hat Gott (der wie immer eine Liebe zum Detail hat!) eingerichtet, dass es sie bis in seine Brusthöhle zurückziehen kann. Wahnsinn, oder?
Ich hab' so ein Tier bisher noch nie gesehen und musste beim Anblick dieses wandelnden Tannenzapfens, der zischend, pustend und brummend durch die Gegend trottet, echt schmunzeln. Ich finde es immer wieder absolut erstaunlich, wie toll Gott unsere Erde ausgestattet hat. Und das aller Beste an diesem außergewöhnlichen Tier ist, dass es mir zu einer wichtigen Erkenntnis verholfen hat. Mir fiel es wie Schuppen (!) von den Augen: Gott hat Humor!!! Welch eine befreiende Tatsache! Ist es nicht toll, so einen Gott zu haben?
Fazit: Mein "nicht-frommer" Abreißkalender ist "frommer" als er scheint! *grins*

Freitag, Juli 28, 2006

Die Wahrheit über Dornröschens Prinz

Von wegen wach geküsst! Ich habe diese Woche die schockierende Entdeckung gemacht, dass Prinzen nicht romantisch, sondern vielmehr chauvinistisch veranlagt sind. Diese gewichtige Erkenntnis wurde mir während meiner Examensvorbereitungen zuteil. :-)
Wie's dazu kam? Ich bearbeite zur Zeit mein Klausurthema "Märchen". Dabei habe ich entdeckt, dass die Brüder Grimm ihre Märchentexte nicht einfach nur gesammelt und aufgezeichnet haben, sondern sie haben in die tradierten Volkserzählungen eingegriffen und sie teilweise verändert. Das heißt, Jakob und Wilhelm Grimm haben die Märchen zensiert und so umgeschrieben, dass sie kindertauglich wurden (Märchen waren urprünglich nicht für Kinder gedacht!). Dabei haben sie ältere Texte als Vorlage benutzt. Da ich eine Analyse des Dornröschen-Märchens geplant habe und insbesondere die Intention und Arbeitsmethode der Brüder Grimm veranschaulichen möchte, besorgte ich mir neben dem Grimm-Text noch zwei andere Versionen von "Dornröschen". Die älteste Ausgabe ist von dem italienischen Dichter Giambattista Basile. Er ist vermutlich der ursprüngliche Erfinder von Dornröschen und veröffentlichte dieses Märchen ca. 1634. Diese Variante war es, die mich schließlich desillusionierte!
Basiles Geschichte beginnt zunächst ganz "normal" - ohne wesentliche Abweichungen von der Grimmschen Variante: Dornröschen (Ursprünglich heißt sie "Talia".) verletzt sich an einer Spindel und fällt tot (!) zu Boden. Aufgrund dieses entsetzlichen Ereignisses verlassen alle mitsamt dem König das Schloss und lassen die tote Prinzessin allein zurück. Eines Tages kommt ein König vorbei, der Dornröschens Schloss zufällig bei der Jagd entdeckt hat. So weit, so gut! Aber dann... Kein Kuss, wie sich das gehört! Der König entpuppt sich als lüstern, denn "Er wurde von ihrer Schönheit so entflammt, dass er sie mit eigenen Händen auf ein Bett trug und die Früchte der Liebe pflückte." Hallo??? Aber damit nicht genug: "Dann ließ er sie liegen (!!!), kehrte in sein Reich zurück und hatte lange Zeit hindurch das Erlebnis völlig aus dem Gedächtnis verloren." Wie bitte??? Und weil Märchen immer ein wahnsinns Feeling für den richtigen Moment haben, bekommt Dornröschen neun Monate später Zwillinge - ungeachtet der Tatsache, dass sie eigentlich tot ist. Die beiden Kinder saugen eines Tages die todbringende Flachsfaser aus dem Finger der Mutter. Woraufhin Dornröschen schlagartig "erwacht" und sich - offen wie sie für Überraschungen ist - nicht weiter über die zwei Kinder wundert.
Jahre später erinnert sich der König an sein kleines Abenteuer. Er kehrt zu Dornröschens Schloss zurück und stellt sich als Vater der Kinder vor. Nachtragend oder rachsüchtig ist Dornröschen auch nicht, denn sie ist geradezu entzückt (!) und schließt ein "enges Freundschaftsbündnis" mit dem König. Und damit geht die Geschichte erst richtig los: Es stellt sich heraus, dass der König eigentlich verheiratet (!!!) ist. Dummerweise mit einer Frau, die so intolerant ist, dass sie die Zwillinge zu Leckerbissen verarbeiten und Dornröschen auf dem Scheiterhaufen garen lassen will. Der Plan wird natürlich vereitelt - allerdings nicht von unserem "ruhmreichen" König. Der darf quasi dabei zusehen, wie seine Affaire seine ohnehin lästige Frau erledigt. Und die Moral von der Geschichte?
Dem Glücklichen fällt alles zu,
auch wenn er liegt in tiefer Ruh.

Na, Herzlichen Glückwunsch! Prinzen sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Oder schlimmer noch: Sie waren es eigentlich nie!

Donnerstag, Juli 27, 2006

Von der Notwendigkeit eines Blogs

Wie heißt es so schön: Ein Mann - ein Buch, eine Frau - ein Wörterbuch. Und dann gibt es doch noch diese Theorie, dass Frauen am Tag mindestens 10.000 Wörter los werden müssen (Oder waren es mehr?). Aber wo soll eine Frau mit all diesen Wörtern hin? Wer hört sie sich (Wenn es geht, bitte aufmerksam!) an? Das ist ein echtes, wenn auch vielleicht geschlechtsspezifisches Problem, dem Abhilfe geleistet werden muss. Schließlich ist Andreas bereits auf einem Ohr taub, und weitere Verluste dieser Art sind absolut inakzeptabel.
Also, ich hoffe meine Argumentation war überzeugend, und die Dringlichkeit eines Blogs als Redeventil ist bewiesen... *grins*