Das Herz im Spiegel

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Einjähriges Jubiläum einer längst überfälligen Erkenntnis

Meinem Gott zur Ehre und für mich selbst zur Erinnerung an Gottes Größe.
Damit ich nie wieder vergesse,
dass Gott ganz anders handelt, als ich von ihm erwarte.
Nicht meine Gedanken und Gefühle bestimmen die Wirklichkeit,
sondern der, der selbst die Wahrheit ist.

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Was wirst du tun, Gott?

Wirst du mich anschweigen, wenn ich zu dir schreie,
weil ich dich oft links liegen lasse, wenn du mich rufst?

Wirst du mir eins auswischen, wenn ich machtlos bin,
weil es die Gelegenheit ist, mich Demut zu lehren?

Wirst du mich verwerfen, wenn ich versage,
damit ich begreife, dass ich niemals genüge?

Wirst du mir Schmerzen zufügen, wenn ich am Boden liege,
weil du sonst die Prügel einsteckst, die ich verdiene?

Wirst du mich allein lassen, wenn ich auf dich warte,
damit ich mal begreife, wie es ist verschmäht zu sein?

Wirst du mich bestrafen, wenn ich schuldig bin,
weil ich auch mal spüren soll, wie sich mein Kreuz anfühlt?


Was wirst du tun, Gott?

Wirst du meine Sorgen tragen, wenn sie mich erdrücken,
obwohl ich sie mühevoll festhalte?

Wirst du mich trösten, wenn ich verzweifelt bin
auch wenn ich dir dein Herz oft breche?

Wirst du mir vergeben, wenn ich dich darum bitte,
obwohl ich wieder sündigen werde?

Wirst du mich hören, wenn ich bete,
auch wenn ich kaum zu hoffen wage, dass es was bewirkt?

Wirst du mich stützen, wenn ich schwach bin,
obwohl ich sonst nur den eignen Fähigkeiten vertraue?

Wirst du mich lieben, wenn ich vor dich trete,
auch wenn ich mich selbst mehr liebe als dich?

Wirst du alles gut machen, wenn ich mich dir überlasse,
obwohl ich dir unterstelle, es nicht gut mit mir zu meinen?

Wirst du mich aufrichten, wenn ich am Ende bin,
weil ich ohne dich gar nichts bin?

Wirst du mein Heil sein,
obwohl ich dein Tod bin?


Was wird er tun?

Wie gut,
dass Gott nicht auf mich angewiesen ist,
nicht auf mein Vertrauen, meine Liebe und meinen Gehorsam,
nicht darauf, was ich über ihn denke.
Sein Handeln und Eingreifen hängt nicht von mir ab.

Gott ist nicht berechenbar, dennoch lässt er mit sich rechnen.

Wie gut, dass Gott Gott ist,
so barmherzig, treu und gerecht,
so anders als ich.

Er hatte die Wahl, mich zu verlassen,
doch er ließ sich lieber festnageln.

Gott ist von gar nichts abhängig.
Aber er hängt an mir.
Wie gut!



Wir werden vor ihm unser Herz
zur Ruhe bringen (= von Furcht und Zweifel befreien),
dass wenn das Herz uns verurteilt,
Gott größer ist als unser Herz und alles kennt.
(1.Johannes 3, 19-20)