Das Herz im Spiegel

Mittwoch, November 29, 2006

ABIt(o)ur & lückenlose Beweisführung

Manchmal denkt man, man hätte sich im Angesicht der eben erst begriffenen Ernstheit des Lebens weise und besonnen verhalten, als alle anderen der Tatsache trotzten, bereits das reife Alter von 19 Jahren erreicht zu haben, und sich passioniert in die längst verflogene und doch überwältigend anwesende Kindheit zurückversetzten. Man ist sich völlig sicher, dass gewisse Reifungsprozesse dazu geführt haben müssten, dass die Handlungen und Verhaltensweisen eines Menschen das Resultat von Logik, Kosten-Nutzen-Abwägungen, Pflicht, Verantwortungsbewusstsein und Ehrgeiz bilden, statt von Spieldrang und impulsivem Enthusiasmus.
Und wenn man dann doch mal (weil weise denkender, gründlich abwägender Mensch) gewisse Eventualitäten einkalkuliert, dann ist der sorgfältig konstruierte Gedankengang nur all zu bestechend, dass durch unkontrollierte Lust bedingte Gefühlsausbrüche lediglich die primitive Allgemeinheit betreffen, den Mob oder Pöbel, während sich das eigene Ego völlig unbeeindruckt von obszöner Spontanität zeigt und das verwerfliche Geschehen kritisch aus der Distanz heraus analysiert.
Aber dann - ganz plötzlich - tauchen Fakten auf, die den unerwarteten, aber wahren Sachverhalt objektiv aus einem Wechselspiel von eingefangenem Licht und gesteuerter Dunkelheit abbilden. Und zwar so präzise und minitiös, dass das eigene, mühsam aufgebaute Selbstbild als utopisches Wunschdenken entlarvt wird...



2 Comments:

Kommentar veröffentlichen

<< Home